Studiengang

„Ich halte das Theater von heute für Routine und Konvention. Wie die Leute essen, trinken, lieben, umhergehen, ihre Röcke tragen; wenn sie aus banalen Bildern und Phrasen eine Moral herauszutüfteln suchen – wenn sie mir in tausend Variationen immer und immer wieder dieselbe Kost servieren – dann muß es neue Formen annehmen. Wir brauchen neue Formen, und wenn sie nicht da sind – dann lieber gar nichts.“

Anton Tschechov/Konstantin Treplew/Die Möwe


Der neue zweijährige Studiengang Performance/Akademie der darstellenden Künste des Bühnenstudios Hamburg bietet eine genreübergreifende praktische Ausbildung, die sich den Ansatz der Vielschichtigkeit und Fluidität zum Schwerpunkt macht. Wir reagieren mit diesem Angebot auf die veränderten Anforderungen an den Schauspielberuf. Unseren Beobachtungen zufolge wächst die Nachfrage der Stadt- und Staatstheater, sowie der freien Szene nach Spieler*innen, denen neben den klassischen Fähigkeiten einer Schauspieler*in eine Bandbreite an neuen Möglichkeiten zur Verfügung stehen sollte. Auf der anderen Seite erleben Spieler*innen, denen es auch nach einer Ausbildung an autonomer, künstlerischer Praxis fehlt, um die verschiedenen fremden und eigenen Darstellungsformen zusammen bringen zu können. Nicht zuletzt wollen wir dem großen ideellen Wunsch, Künste miteinander zu verbinden, einen Raum geben. Die Komplexität von Tanz/Choreografie, Schauspiel/Performative Praxis, Dramaturgie, Musik, Raumkonzept, Immersives Theater ist Grundlage und wird methodisch geschult.

So finden Unterrichte in verschiedenen Modulen statt (click the Box) :

Vor allem aber soll die Ermutigung zur Mitgestaltung, die Einzigartigkeit der Künstler*innen und die individuelle Perspektive auf die zu entwickelnden Kunst im Fokus der Ausbildung stehen. So auch ihre individuelle Form der konzeptionellen und praktischen Durchführung von Inhalten. Die Verschiedenheit der Lehrenden steht also in keinem ideologischen Widerspruch zueinander, die Unterschiedlichkeit im Ensemble soll verstärkt werden und wir stehen repräsentativ für die Verbindung der unterschiedlichen Einflüsse. Die Arbeit an Gemeinschaft, an Austausch, das Hinzuziehen von Experten und die Teamfähigkeit sind ein wichtiger Bestandteil. Die Auseinandersetzung von Individualität und Kollektiv führt im besten Fall zu einer produktiven Veränderung und einem Gelingen der Arbeit. So soll die Außenseiterposition, das „Nicht-Kategorisieren-Können“, der Künstler*innen bestärkt und/oder hervorgebracht werden, soll als Möglichkeit des Hinterfragens und nicht als Hindernis von Gemeinschaft verstanden sein.

„Identität verkomplizieren und dekonstruieren und anderen beizubringen, dasselbe zu tun.“

(frei zitiert von Maggie Nelson/Die Argonauten)

Anton Tschechov lässt seine Figur Konstantin Treplew aus „Der Möwe“ die Identitätsfragen wer und was er sei in dieser Welt stellen, wir wollen diese Frage um die spielerische Form des Wer könnte ich noch alles sein? erweitern. Dabei interessiert uns die Fiktionalisierung der eigenen Person, was für Räume eröffnen sich für uns, wenn wir unsere Position aus der wir kommen verlassen? Dabei entsteht in der Lücke zwischen mir selbst und der Welt ein utopischer Raum, eine Leerstelle, eine Blackbox, ein White Cube. Hier soll Kunst die Möglichkeit bekommen Welt nicht nur darzustellen, sondern sie zu hinterfragen, zu fordern, zu erweitern, zu transformieren.


In der zweijährigen Ausbildungszeit wird es mehrere Werkstätten geben, bei denen die Projekte oder Arbeitsstände der Studierenden einer öffentlichkeit präsentiert werden können, sowie ein umfangreiches Festival mit Abschlussarbeiten am Ende der zwei Jahre. Der Studiengang wird mit einer Bühnenreife/Performance beendet und Bafög gefördert. Wir wollen ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich diese Ausbildung auch an Menschen mit bereits abgeschlossenen Berufsausbildungen oder Studium richtet.

PAK auf einen Blick

Der neue zweijährige Studiengang Performance/Akademie der darstellenden Künste des Bühnenstudios Hamburg bietet eine genreübergreifende praktische Ausbildung, die sich den Ansatz der Vielschichtigkeit und Fluidität zum Schwerpunkt macht.

Die Komplexität von Tanz/Choreografie, Schauspiel/Performative Praxis, Dramaturgie, Musik, Raumkonzept, Immersives Theater ist Grundlage und wird methodisch geschult. Neben den durchgehenden Unterrichten bieten Gastdozent*innen Blockseminare an, die Einblicke in die verschiedenen Kunstrichtungen geben.

Mit diesem deutschlandweit einzigartigen Studiengang verbinden wir die Künste miteinander. Die Ausbildung soll Künstler*innen hervorbringen, die der Nachfrage nach fluideren Strukturen im Kulturbetrieb nachkommen können. Dabei steht die Autonomie der Umsetzung im Vordergrund. Wir wollen selbstständige, freidenkende, mitgestaltende Menschen ermutigen neue Formen von Kunst zu schaffen. 

 

Bewerbungsfrist: 01. Januar 2019

Studienbeginn: 01. Februar 2019

Dauer des Studiums: 2 Jahre

Abschluss: Bühnenreife/Performance

Wochenstunden: 25 Stunden

Kosten: 480,-Euro/monatlich (Bafög gefördert)

Kontakt: info@pak-hamburg.de

Telefon: 040/445814

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Marktstraße 24, 20357 Hamburg

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