Heinrich Horwitz  SCHAUSPIEL / TANZ
Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Schauspiel und Tanz, zwischen Sprache und Bewegung. Ihren Arbeiten gehen zunächst immer Texte voran, manchmal bleiben sie nur Teil der Recherche, manchmal sind sie auf der Bühne zu hören. Diese Texte werden in die Sprache der Anwesenden (erst die der Performenden und später auch der Zuschauenden) transformiert. Dabei stehen die Performer*innen als denkende und sprechende Körper in aller Komplexität im Mittelpunkt. Es soll keine eindeutige Lesweise der Arbeiten entstehen, da der Körper auf der Bühne immer als Fremdsprache inszeniert wird. Dieser nähert und entfernt sich vom Inhalt, bleibt aber immer, durch die vielen Möglichkeiten von Auslegung, verstörend, flirrend und sprunghaft. Dabei entsteht eine ganz eigene Form von Wahrheit. Eine Art Kreisel oder Loop, dem eine vollständige Verausgabung folgt, die wiederum in einen Zustand führt, in dem die Performer*innen einer inneren Logik folgen und nicht der zielgerichteten Entschlüsselung. In ihren Arbeiten versucht sie immer Umwege zu gehen, sich Sisyphus gleich den Fragen nach einer Zukunft, einer Utopie zu nähern. So erscheint der Eindruck, dass sich auf der Bühne immer wieder umgebracht werden muss, um erneut zu einem Leben anzutreten, das sich neuen Fragen stellen kann.

Swanhild Kruckelmann TANZ / CHOREOGRAFIE
Sie beschäftigt sich in ihrer Arbeit neben äußeren Einflüssen und Inspirationen vor allem mit der Frage, wie sie einen Zugang zu ihrer eigenen inneren Welt bekommen kann. Was ist in einer Künstlerin aktiv, was beschäftigt sie und wie kann es in Worten, Bildern, Atmosphären, Farben, Musik und Bewegung ausgedrückt werden? 
Auf der Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten dieser aus dem Bewusstsein und dem Unterbewussten auftauchenden Welt bezieht sie die äußere Welt wieder als Inspirationsquelle mit ein. Es ist ein Wechselspiel, bei dem es immer darum geht, zur inneren Quelle vorzudringen.
 Dabei helfen ihr verschiedene Methoden wie stille Meditation oder vollkommenes körperliches Eintauchen in die Bewegung, auch über die körperliche Erschöpfung hinaus. Denn genau an jener Stelle, an der Denkmuster ausgeschaltet werden, entsteht oft etwas Neues, das der Imagination und Phantasie neue Tore und Möglichkeiten öffnet und das Selbstbildnis erweitert.
 Wenn alles an Greif- und Kontrollmechanismen erschöpft ist, kann aus dem Unterbewusstsein der Tänzer*innen etwas tief Menschliches auftauchen, das in oft abstrakten Ausdrucksformen universelle Themen anspricht. Dies wiederum ermöglicht dem Zuschauenden Raum für eigenes Erleben, Eintauchen und Assoziationen.
 Eine körperliche Fitness und Durchlässigkeit ist dabei von immenser Wichtigkeit:
 Beides wird gleichzeitig ausgebildet und entwickelt, damit die Künstler*innen das, was sie ausdrücken wollen, selbst oder durch andere tun können. Dabei steht, der Imagination die Freiheit zu geben, im Mittelpunkt, sich auszuprobieren, sich zu entfalten, neu zu denken und zu entdecken – sowohl auf körperlicher, wie auf mentaler und künstlerischer Ebene. Die Student*innen auf allen Ebenen zur Freiheit auszubilden, ist das primäre Ziel.

Geprägt ist Swanhilds Arbeit überdies durch ihre Arbeit mit bildenden Künstler*innen und das Arbeiten im öffentlichen Raum, Räumen abseits des Theaters. Den äußeren Raum mit einzubeziehen, wie auch immer dieser gestaltet und direkten oder indirekten Umwelteinflüssen ausgesetzt ist; in diesem Raum mittels Körper und Stimme Bilder und Atmosphären zu schaffen, die berühren, verstören, anstoßen, zum Nachdenken anregen. Es geht dabei um Erfahrungen jenseits von Worten und Beschreibungen. Um das Persönliche, um das Ganze, das uns umgibt.

Ihr Unterricht zeichnet sich durch die Suche nach der Beweglichkeit, Kraft und Weite im Körper aus. Das Ziel ist, eine „Wohlspannung“ im Körper zu finden, die ihre Kraft aus dem Boden und aus der Ausrichtung des Körpers im Raum nimmt. Es geht darum, eine Spannkraft zu entwickeln, die blitzschnelles Reagieren und Handeln ermöglicht, das sich aus dem Zentrum heraus bewegt und gleichzeitig im Raum aufgespannt ist und von der Schwerkraft getragen wird.
Prinzipien aus der Faszien-Rotation, Elemente von Release-, Ballett- und zeitgenössischer Technik, von Yoga, Qi Gongs und Bodenarbeit fließen dabei ein. Neben freier Bewegung werden überdies Tools für Choreografien entwickelt.

Peter Ohrt BASIC MOVEMENT
Natürliche Präsenz im Alltag und auf der Bühne. Basic Movement ist eine individuelle Bewegungsarbeit, die einen hohen Wert auf die Entwicklung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit legt. In einem freien Körpertraining erfahren wir den bewussten Umgang mit uns selbst. Wir lernen unsere Stärken und Schwächen, unsere Qualitäten kennen und gelangen so zu immer mehr Selbstvertrauen. Alle übungen wirken unmittelbar im Moment. Von der ersten Stunde an wird so ein dynamischer Prozess in Gang gesetzt und physisches Erleben, Körperbalance und Sinneswahrnehmung werden intensiv gestärkt. Körpereindrücke wie jahrelange Müdigkeit, Verspannungen und Blockaden werden in Bewegung aufgespürt und in Bewegung auch wieder gelöst und ausgedrückt.
Wir gelangen zu physischer Lebendigkeit, lernen unseren eigenen Impulsen zu folgen und bereiten den Weg für unseren kreativen Ausdruck. Basic Movement ist eine Bewegungsreise zu uns selbst.