Kim Doerfels / SCHAUSPIEL
Ihre empathische Arbeitsweise ist durch ihre langjährige Tätigkeit als Schauspielerin und Dozentin für Schauspiel, von menschlicher Einfühlung und Identifikation geprägte. über das Sprechtheater hinaus faszinieren sie seit Jahren insbesondere Arbeiten in denen verschiedene Disziplinen wie Theater, Tanz, Musik und bildende Kunst zusammenkommen. Im Kern Ihrer Arbeit – getragen von ihrer unbedingten überzeugung dass ein lebendiger Mensch das beste Medium aller Zeiten ist und bleibt – steht für sie die spontane und lebendige Suche nach einer individuellen Erzählweise. Oft landet sie damit Abseits gängiger Normen und bekannter theatraler Mittel. Das Wechselspiel von Form und Inhalt empfindet sie in interdisziplinären Performances als besonders reizvoll. Ihr weiteres Interesse gilt dem immersiven Theater, bei dem Zuschauende ihre gewohnte passive Perspektive verlassen und stattdessen aktiv partizipieren.

„Things are not difficult to do; rather what is difficult is to put yourself into a state to do them.“ (Constantin Brancusi)

Zu ihren wichtigsten künstlerischen Einflüssen gehören neben den vorher genannten: Siri Hustvedt, Käthe Kollwitz, Michel Foucault, Needcompany, Punchdrunk, Ariane Mnouchkine / Theatre du soleil, La Fura dels Baus, Bread and Puppet Theatre, Keith Johnstone, Anne Bogart, Patsy Rodenburg, Kirsten Linklater, Sarah Kane, Sophie Calle, Pina Bausch, Anne Teresa de Keersmaeker, Jenny Holzer, Frank Ocean.

Pollitt & Horwitz / SCHAUSPIEL
Katrin Pollitt und Heinrich Horwitz Zusammenarbeit begann 2017, mit der Abschlussinszenierung „I AM SHAKESPEAR“ des Schauspieljahrgangs des Bühnenstudio Hamburgs. Ihre Idee von Theater wird gleichermaßen durch ihre gemeinsamen und entgegengestzeten Herangehensweisen befeuert und führt beide zu einer gemeinsamen Frage: Was ist Wahrhaftigkeit in der Kunst? Und über welche Wege kann dieselbe dargestellt werden?
Ihr gemeinsamer Unterricht umkreist die Möglichkeiten des „Seins“ auf einer Bühne. Dabei geht es um die Ausschließlichkeit des Moments, das diese Idee, diese Entscheidung, dieser Impuls, in dieser Sekunde, die einzige Möglichkeit darstellt. Sie bilden die Fähigkeiten Präsenz, Sprache, Blick und Bewegung aus, um das individuelle Verständnis von Gefühl und Ehrlichkeit, unter den Spieler*innen und auch in Verbindung zu den Zuschauer*innen, voran zu treiben. Das Training der beiden beinhaltet die Arbeit an klassischen Stoffen, sowie etüdenhaften Asuzügen aus verschiedenen Schauspiel – und Tanztechniken.
Ihre Refernenzen reichen von Meisner, Stanislavski hin zu Brecht und Abramovic
Neben der Zusammenarbeit verbindet die beiden eine langjährige Freundschaft.

“ being truthful under imaginary circumstances“ ( Sanford Meisner)

Heinrich Horwitz  SCHAUSPIEL / TANZ
Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Schauspiel und Tanz, zwischen Sprache und Bewegung. Ihren Arbeiten gehen zunächst immer Texte voran, manchmal bleiben sie nur Teil der Recherche, manchmal sind sie auf der Bühne zu hören. Diese Texte werden in die Sprache der Anwesenden (erst die der Performenden und später auch der Zuschauenden) transformiert. Dabei stehen die Performer*innen als denkende und sprechende Körper in aller Komplexität im Mittelpunkt. Es soll keine eindeutige Lesweise der Arbeiten entstehen, da der Körper auf der Bühne immer als Fremdsprache inszeniert wird. Dieser nähert und entfernt sich vom Inhalt, bleibt aber immer, durch die vielen Möglichkeiten von Auslegung, verstörend, flirrend und sprunghaft. Dabei entsteht eine ganz eigene Form von Wahrheit. Eine Art Kreisel oder Loop, dem eine vollständige Verausgabung folgt, die wiederum in einen Zustand führt, in dem die Performer*innen einer inneren Logik folgen und nicht der zielgerichteten Entschlüsselung. In ihren Arbeiten versucht sie immer Umwege zu gehen, sich Sisyphus gleich den Fragen nach einer Zukunft, einer Utopie zu nähern. So erscheint der Eindruck, dass sich auf der Bühne immer wieder umgebracht werden muss, um erneut zu einem Leben anzutreten, das sich neuen Fragen stellen kann.