Heike Bröckerhoff + Moritz Frischkorn :

In unserer Arbeit am PAK betrachten wir die Performance-Geschichte als ein ausuferndes Feld von Referenzen (sowohl künstlerischen, als auch theoretischen), die wir als Inspirationsquelle für eigene künstlerische Arbeit nutzen können. Wir erarbeiten uns zunächst gemeinsam einen Überblick über die Geschichte performativer künstlerischer Praktiken. In ihrer Entstehung spielen sowohl die Bildende Kunst, das Theater, als auch der Tanz eine Rolle. Performance-Kunst wurde immer wieder als Bruch mit herrschenden Vorstellungen von Kunstproduktion und künstlerischer Arbeit verstanden. Gleichzeitig ist Performance heute ein zentraler Begriff der Ökonomie. Dazu müssen Künstler*innen sich verhalten. Dafür ist es genauso wichtig, zentrale Theorien, Konzepte und Debatten rund um den Begriff der Performance zu erschließen. Dabei thematisieren wir sowohl die Wirkungsmacht von Sprache, die Theatralität des Alltags, das wiederholte Einüben gesellschaftlich vorgegebener Rollen und Haltungen, aber auch wirtschaftliches oder organisatorisches Handeln als Performances.

Während wir uns durch die Performance-Geschichte bewegen, werden wir verschiedene künstlerische Strategien als Ausgangspunkt für die eigene praktische Arbeit benutzen. Dafür experimentieren wir mit unterschiedlichen Methoden wie Re-Enactment, Übersetzungen, Scores, usw. Im Besonderen geht es uns darum, zu vermitteln, wie künstlerische Praktiken jeweils Anlass für theoretische Überlegungen sind, wie die Kunst andererseits auf sozial-politische und theoretisch-philosophische Fragestellungen antwortet. Die Auseinandersetzung mit Performance-Geschichte – vor allem seit den 1960er Jahren – ermöglicht es uns, die eigene künstlerische Arbeit einzuordnen und zu kritisieren. Nur dann können wir selbstbewusst eine eigene Position vertreten.